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Bericht für den 12. August 2010 Gold & Gesellschaft: Mickey Mouse Economy Beware the
light at the end of the tunnel – fürchte
Dich vor dem Licht am Ende des Tunnels. Its a debt train about
to collide with federal obligations –
es ist ein Schulden-Zug, der dabei ist, mit den öffentlichen Verpflichtungen
zu kollidieren. So beginnt David Stockman,
damals Budget Direktor von Präsident Ronald Reagan seinen Aufsatz, in dem er
anführt, dass das staatliche Defizit schon längst nicht mehr ein abstraktes
Problem in ferner Zukunft sei. Bislang wurde das Wachstum in den Vereinigten
Staaten durch eine massive Ausweitung der Verschuldung, sei es nun der privaten
Haushalte, der Unternehmen oder des Staates befördert. David Stockman weist darauf hin, dass die US-Wirtschaftsleistung
– das Bruttoinlands-Produkts (BIP oder englisch GDP) – selbst nach
den veröffentlichten Zahlen seit dem dritten Quartal 2008 nur um vier
Milliarden Dollar pro Monat gestiegen ist, die öffentliche Verschuldung aber um
monatlich hundert Milliarden Dollar zugenommen hat. Zu gut deutsch: Man muss sich $25 zusätzlich
leihen, um damit $1 Wachstum zu generieren. Die Schulden-Maschine kommt an ihr natürliches
Ende. Noch krasser sieht das ein anderer Vertreter, der
die US-Wirtschaft mit einer Mickey Maus – Wirtschaft wie in Russland kurz
vor dem Zusammenbruch Ende der neunziger Jahre vergleicht: America is a "Mickey Mouse economy" that is technically bankrupt, according to Jochen Wermuth, the Chief
Investment Officer (CIO) and managing
partner at Wermuth Asset Management. "America today
looks like Russia in 1998. Consumers, companies and the government are all highly indebted. America as a result is a bankrupt
Mickey Mouse economy," Wermuth
told CNBC
Der US-Bürger konsumiert Rohstoffe, die andere Länder
mit viel Mühe ihrem Boden entreißen. Er deckt sich mit Massen von
Konsum-Produkten aus Ländern wie China & Co ein, die nach wenigen Monaten
oder Jahren auf den Müllhalden unserer Konsum-Gesellschaft landen. Finanziert
wird das alles mit den o.g. Schulden, die im Prinzip
nichts anderes sind als ungedeckte Schecks auf die
Zukunft. In Wirklichkeit produziert dieses Geld die FED nebst ihren Helfern an
der Wall Street, ob sie nun JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America, Citi Group oder auch Fannie Mae und Freddie Mac heißen. Um den Schein eines Wirtschafts-Lebens aufrecht
erhalten zu können, arbeiten die US-Bürger in Organisationen und Unternehmen,
die den Konsum der o.g. Waren betreiben. Nur wenige
industrielle Arbeitsplätze produzieren überhaupt noch Produkte Made in USA
– wie beispielsweise die Landwirtschaft, die Flugzeugindustrie und die
Zulieferfirmen für das Militär. Selbst IT-Firmen wie HP, IBM und Apple sind nur
noch US-Firmen-Torsos, die schon längst ihre Produkte in China oder Indien
entwickeln und produzieren lassen. Nike-Sportschuhe, in den achtziger Jahren
noch mit Made in USA gekennzeichnet, kommen schon längst wie die
Konkurrenz-Produkte von adidas und PUMA aus China,
Vietnam oder anderen Billiglohn-Ländern des Fernen Ostens. Schauen wir uns einmal zwei charakteristische
Zahlen-Kolonnen an, die das Ausmaß dieses Mickey Maus Wirtschafts-System
verdeutlichen. Nach Zahlen des IWF und anderer Quellen werden die Vereinigten
Staaten für das Jahr 2010 allein fast 45 Prozent aller weltweit eingegangenen
öffentlichen Schulden machen. Dem folgen mit großen Abstand Japan – das
monetäre Experimentierfeld des gescheiterten US-Monetarismus – mit 11
Prozent, Großbritannien mit 6 Prozent, Deutschland mit 5 Prozent und Spanien /
Frankreich mit jeweils 4 Prozent. Interessanterweise sind diese Zahlen vergleichbar
mit den weltweiten Militärausgaben: Auch hier führen die USA mit 46,5 Prozent,
gefolgt von China mit 6,6 Prozent und Frankreich mit 4,2 Prozent. Russland, die
alte Weltmacht bringt es nur noch auf 3,5 Prozent. Dabei gehören doch gerade China und die ölexportierenden Staaten des Nahen Ostens zu den größten
Gläubigern der USA, allerdings auch zu den größten Kritikern des amerikanischen
Imperialismus. Obwohl sie deren Aufrüstung praktisch finanzieren. Die Angst,
dass die Vereinigten Staaten als Abnehmer für deren Produkte ausfallen werden,
die eigene Bevölkerung arbeitslos wird und im Falle von Unruhen die Marionetten-Regierungen
im Nahen Osten wegen ausfallender US-Unterstützung reihenweise purzeln werden,
stabilisiert den Status Quo. Obwohl jeder Regierung in diesen Ländern
eigentlich klar sein müsste, dass die Ersparnisse ihrer Bürger auf US-Treibsand
gebaut sind. Dieses Geld ist im Prinzip uneintreibbar verloren. Vielleicht ist
dies auch ein Grund dafür, möglichst so lange so weiter zu machen wie bisher. Schadenfreude über die kaputte US-Wirtschaft und
Lästerei über die dummen Gläubiger? Weit gefehlt ist diese europäische
Arroganz: Denn das haben wir auch in Europa – nur in etwas kleineren
Dimensionen. Dort heißen die Micky Maus - Wirtschaften Griechenland, Spanien,
Portugal, Irland und Italien. Auch diese Staaten haben ihren Wohlstand auf dem
Treibsand von Schulden gebaut. Und die dummen Gläubiger sind wir Deutsche,
Österreicher, Niederländer oder Finnen, die ihre Spargroschen als Anlagen in
diese Länder versenken. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die Euro-Gold Besitzer konnten sich gestern trotz
eines in US-Dollar gefallenen Goldpreises freuen: 930 Euro lautete der
Schluss-Stand an der COMEX. Schuld war der geradezu explodierende
US-Dollarkurs. Heute kam die zweite positive Nachricht hinterher:
Gold in US-Dollar ist um $17 gestiegen, bei praktisch gleichbleibendem
Dollar/Euro-Wechselkurs. Für das in Euro abgerechnete Gold bedeutete das heute
946 Euro. Dieser 2-Tagesstrike hat wochenlange Bemühungen der
Europäischen Zentralbank, wahrscheinlich unter Einsatz der letzten
Gold-Reserven von Griechenland, Spanien, Portugal & Co zunichte gemacht.
Bei den Gold-Händlern nähert sich der Preis einer Goldmünze wieder der Marke
von 1.000 Euro an. Dabei geht der deflationäre Schock von gestern
weiter – allerdings mit einem um eine oder zwei Stufen
heruntergeschaltetem Gang: Öl hat es mit einem Minus von über zwei Dollar pro
Barrel am stärksten erwischt. Der NIKKEI musste weitere 80 Punkte auf 9.212
Punkte abgeben und der DAX beendete den Tag mit einem weiteren Rückgang von 0,3
Prozent. Die gestern ebenfalls hart getroffenen Weiß-Edelmetalle konnten
entgegen dem Trend wieder leicht zulegen. Der Dow Jones Aktienindex ist eine
Stunde vor Handelsende noch mit über 50 Punkten im
Minus – wahrscheinlich wird das PPT ihn zum Handelsschluss wieder leicht
in den grünen Bereich befördern. Die Preis-Entwicklung beim Gold war heute früh im
asiatischen Markt durch den Kampf um die $1.200er-Marke gekennzeichnet. Eine
klare Tendenz war dort nicht ablesbar. Auch im frühen Londoner Handel schwankte
Gold um die Marke von $1.200, schien nun aber förmlich an dieser festzukleben.
Der A.M. Fix mit $1.200 (EUR 934,07) war so keine Überraschung. Zum frühen Nachmittags-Handel löste sich das gelbe
Metall von seiner Umklammerung und stieg bis zum COMEX-Handelsbeginn
um 14:20 Uhr MEZ auf $1.205 an. Mit Beginn des Handels in New York stieg Gold
dann plötzlich um zehn Dollar auf $1.215 an. Der P.M. Fix um 16:00 Uhr bestätigte die
Preis-Marke, allerdings mit einem kleinen Preisabschlag: $1.213,00 (EUR 945,15)
lautete der Kurs – das sind acht Dollar mehr als gestern zur gleichen
Zeit. Bis zum Ende des COMEX-Handels
tat sich nun nicht mehr viel – die Marke von $1.215 war die
unüberwindbare Obergrenze – und so beendete Gold den Handel dort mit
$1.214,60 (EUR 946,36). Der US-Dollarindex (USDX) legte um weitere 0,3 Punkte
auf 82,6 zu. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes verharrten auf dem
gestrigen Stand von 2,7 Prozent. Wenn die Investoren feststellen sollten, dass ihre
Mickey Maus – Dollar, Euro, Pfund, Schweizer Franken und Yen praktisch
auf Schulden-Treibsand gebaut sind, dann wären zukünftig die heutigen Anstiege
nur marginal und nicht erwähnenswert. Dann sprechen wir von täglichen Anstiegen
von hundert US-Dollar und höher. Und selbst derjenige, der sich wie ich Anfang
des Jahres 2005 mit dem ersten Gold zu einem Drittel des heutigen Preises
eingedeckt hat, wird seine Hemmungen bei den heutigen Preisen um die 1.000 Euro
fallen lassen, wenn er zukünftig Preise von jenseits 5.000 Euro für die Unze
Gold bezahlen muss. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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