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Bericht für den 13. August 2010 Gold & Gesellschaft: Irish Dance on a
Volcano Irland war eines der europäischen Länder, das als
erstes unter dem Zusammenbruch des Immobilien-Marktes zu leiden hatte. Aber im
Gegensatz zu vielen anderen Staaten hat man beschlossen, eisern zu sparen und
mit vereinter Kraftanstrengung diese Krise zu durchleben. Man erlag nicht der
Versuchung, die Probleme mit noch mehr Geld und noch mehr Schulden vermeintlich
zu lösen. Auch die Sanierung der irischen Banken galt bislang
als vorbildlich. Allerdings folgt nun eine schlechte Nachricht der nächsten.
Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) unter dem Titel Irland wird zur
Last für den Euro scheinen die irischen Geldhäuser unter erheblichen
Problemen zu leiden: Investoren fürchten um die
Standhaftigkeit der irischen Geldhäuser, nachdem die Bank of Ireland in dieser Woche einen Vorsteuerverlust von 1,2 Mrd.
Euro meldete. Damit weitete das Institut, das als eines der stabilsten in dem
Land gilt, seinen Verlust zum Vorjahr um mehr als die Hälfte aus. Zudem
genehmigte die Europäische Kommission eine weitere Kapitalspritze für die
verstaatlichte Anglo Irish Bank, die mit bis zu 10
Mrd. Euro rund 2 Mrd. Euro höher ausfiel als erwartet. Die Zahlen klingen nicht besonders hoch –
aber man muss auch bedenken, wie groß die Irische Volkswirtschaft im Vergleich
beispielsweise zu Deutschland ist. Irland hat 4,2 Millionen Einwohner und
erwirtschaftete im Jahr 2007 ein Brutto-Inlandsprodukt (BIP) von knapp $260
Milliarden. Deutschland hat dagegen 81,8 Millionen Einwohner mit einem BIP von
$3.667 Milliarden. Die deutsche Volkswirtschaft ist um den Faktor 14 größer als
die Irische. Wenn die stabilste deutsche Bank einen Verlust von
knapp 17 Milliarden Euro melden würde und die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) eine weitere Kapitalspritze von 140 Milliarden
Euro erhalten müsste, dann würden diese Zahlen aber schon wahrgenommen. Das
sind nämlich die Dimensionen, über die wir im Fall Irland sprechen. Kein Wunder, dass die Märkte auf diese Nachrichten
nervös reagieren. Eine Bondversteigerung von Anleihen mit sechsmonatiger
Laufzeit brachte eine Rendite von 2,46 Prozent. Noch vor zwei Wochen waren
lediglich real 1,37 Prozent zu zahlen. Die Prämien für sogenannte
Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps /
CDS) notieren inzwischen höher als die entsprechenden CDS der Südländer
Portugal und Spanien. Die 10-jährigen irischen Staatspapiere erwirtschaften
inzwischen einen um drei Prozentpunkte höheren Zinssatz als die deutschen Papiere. Und das trotz EZB-Käufen von irischen Papieren, mit
denen die europäische Notenbank einen weiteren Anstieg der Realzinsen
verhindern möchte. Die Hilfen für die Anglo Irish
Bank könnten wegen der schlechten Finanzlage auf insgesamt 24,5 Milliarden Euro
anschwellen. Das sind 15 Prozent der Wirtschaftleistung des Landes, die ja im
Jahr 2009 um über sieben Prozent eingebrochen ist. Die Lage der öffentlichen Haushalte scheint sich
auch nur vordergründig zu verbessern. Im Jahr 2009 wurde noch ein Fehlbetrag in
Höhe von 14,3 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts verzeichnet, für dieses Jahr
sollen es nun nur noch 11,5 Prozent sein (Anmerkung: Der Euro-Stabilitätspakt
schreibt maximal drei Prozent vor). Dem Staat hängt aber die zur Sanierung des
Bankensektors gegründete Bad Bank wie ein Mühlstein um den Hals. Hier sollen
faule Immobilien-Kredite der Banken über insgesamt rund 80 Milliarden Euro
geparkt werden. Selbst die Zentralbank sieht nach dem Bericht der
FTD für dieses Jahr wegen der drohenden Risiken einen Anstieg der Verschuldung
auf 19 Prozent des BIP voraus. Das wäre dann wirklich einsame Weltspitze. Nicht nur die US-Micky
Maus Wirtschaft scheint die Krise neu zu befeuern. In Europa leiten diesmal die
Iren die nächste Phase der Euro-Krise ein – der irische Volkstanz wird
derzeit auf einem ausbruchsbereiten Vulkan aufgeführt. Wann er ausbricht,
wissen wir nicht – er wird aber auf alle Fälle ausbrechen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die wichtigsten Nachrichten zum Wochenschluss
vorab: Euro-Gold konnte heute seine Marke von 950 Euro zurückerobern. Und der
Versuch einer Wochenends-Drückung ist heute
gescheitert. Viel mehr ist eigentlich nicht berichtenswert. Die Manipulations-Kohorten von Larry Summers und
Ben Bernanke haben heute nämlich ein anderes Problem
zu lösen gehabt: Der US-Aktienmarkt durfte nach zwei hintereinander folgenden
Einbrüchen heute nicht schon wieder sinken. Gestern haben wohl eine Reihe von Tradern in der Hoffnung auf Eingriffe des Plunge Protection Teams (PPT) die
Indizes versucht zu drehen. Aber nachdem die staatliche Hilfe nicht kam,
brachen die Erholungs-Versuche wieder in sich zusammen. Der Gold-Handel verlief über den Tag gesehen
eigentlich ganz ruhig. Nach dem gestrigen kräftigen Anstieg ist das auch kein
Wunder. Versuche, den Goldpreis über die Marke von $1.214 zu heben, schlugen
ebenso fehl wie die Versuche, diese Marke nach unten zu durchbrechen. Sowohl
der A.M. Fix mit $1.215,00 (EUR 946,19), der P.M. Fix mit $1.214,25 (EUR
947,38) als auch der COMEX-Schlusskurs mit $1.214,60
(EUR 950,53) kamen fast punktgenau auf dieser Linie zustande. Bloß der Kurs von Euro-Gold konnte sich von
Preis-Marke zu Preis-Marke auf über 950 Euro langsam vormogeln. Im Wochenvergleich (PM Fix Freitag/Freitag) legte
Gold um über 40 Euro zu, während der Zuwachs in US-Dollar magere sieben Dollar
betrug. Der US-Dollar befestigte sich erneut leicht
gegenüber den wichtigsten Währungen. Der US-Dollarindex (USDX) erzielte einen
Tagesgewinn von 0,2 Punkten. Mit gleichbleibender Realverzinsung der
10-jährigen Treasury Notes gewann der von mir ermittelte Quotient aus beiden
Werten heute weitere 0,1 Punkte und schloss auf dem Rekordstand von 30,7. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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