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Bericht für den 19. August 2010 Gold & Gesellschaft: Ausstiegs-Strategie der FED Bevor die zweite Abwärtswelle die US-Wirtschaft
hart erwischte – heute haben überraschend schlechte wöchentliche Zahlen
zum Arbeitsmarkt den Optimismus einiger Analysten wohl endgültig zerstört
– rätselten die Beobachter, wie die FED ihre seit dem Jahr 2008
vervielfachte Bilanzsumme wieder zurückführen könnte. Rekapitulieren wir noch einmal, mit welchen
Aktionen die FED massiv in die Finanz-Märkte eingegriffen hat: Zuerst hat sie
schlechte Assets des Banken-Systems in Form von
Swap-Vereinbarungen gegen die von ihr gehaltenen US-Treasuries
getauscht. Das heißt die Banken konnten nun die wertstabilen Treasuries in ihren Bilanzen ohne Marktwert-Verluste
bewerten, während die FED auf den Papieren sitzt, für die es entweder überhaupt
keinen Markt oder nur mit großen Preisabschlägen gibt. Macht nichts, denn die
FED muss nicht nach den GAAP-Vorschriften des fair market value Prinzips
bilanzieren. Nachdem auf diese Art und Weise praktisch alle Treasuries getauscht wurden – die FED also in ihrer
Bilanz nur noch unwesentliche Positionen hielt – mussten neue Papiere
dieses Typs in die Bilanz. Das ging nur in Zusammenarbeit mit der US Treasury,
die neue Staatanleihen emittieren musste, damit die FED ihre Swap-Geschäfte mit
den Banken fortsetzen konnte. Positiver Neben-Effekt: Das US-Schatzamt hat das
für den Ankauf frisch gedruckte Geld ihrem Konto bei der FED gutgeschrieben
bekommen. Aber das reichte noch nicht aus. Im Rahmen der QE
(Quantitative Easing) Beschlüsse kauft die FED nun
direkt an den Bond-Märkten in verschiedener Form US Treasuries
auf. Das Geld kommt – wie sollte es auch anders sein – aus der
elektronischen Druckmaschine. Um den Banken-Sektor von ihren praktisch wertlosen Hypotheken-Papieren
zu entlasten, begann die FED dann sogar, diese Papiere direkt anzukaufen und in
ihre Bilanz zu nehmen. Für die verschiedenen Rettungs-Linien über Bear Stearns bis zur AIG wurden
Bilanz-Sonderposten geschaffen. Natürlich alles mit frisch gedrucktem Geld. Diese Politik hat zu interessanten Carry-Trade Geschäftsmodellen mit den Banken geführt: Die
Banken ersteigern US-Treasuries vom US-Schatzamt, das
die massive Verschuldungs-Orgie der Barrack-Administration
finanzieren musste. Ein Teil kaufte die FED im Rahmen ihrer verschiedenen
Programme gleich wieder zurück. Für den anderen Teil lieh sie den Banken im
Rahmen ihres Discount-Fensters zu praktisch Null Prozent Zinsen kurzfristig
Geld. Die Banken kassieren die immer weiter sinkenden Zinsen der Treasuries – weil sich viele Banken nun wegen dieses
Arbitrage-Modells um die Treasuries rissen - und
müssen praktisch nichts für die von der FED geliehenen Summen zahlen. Ein
geldpolitisches perpetuum mobile. Wie kann die FED aus dieser Politik nun wieder
aussteigen? Schauen wir uns dazu die einzelnen Programme an. Erstens – die Staatsverschuldung: Die
Verschuldung des Staates folgt einem ehernen Gesetz: Sie nimmt mehr oder
weniger zu, aber niemals ab. Das von der FED in Richtung Staatsschulden-Finanzierung
generierte Geld wird niemals wieder zurückfließen. Außerdem ist, nachdem der
Staat das Geld ausgegeben hat, dieses Geld zu Eigenkapital-Geld geworden. Die
Besitzer dieses Geldes sind keine Schuldner gegenüber der Treasury oder der FED
– man kann ihnen das Geld also nicht mehr wegnehmen. Zweitens – die Hypothekenpapiere: Die FED hat
im Frühjahr angekündigt, das Ankaufsprogramm für Hypothekenpapiere einzustellen
und Zug um Zug die Papiere am Markt wieder zu verkaufen. Mit dem weiterhin
labilen Immobilien-Markt, der wohl nun in eine zweite Abwärts-Spirale gezogen
wird, wird die FED zukünftig das Ankaufsprogramm wohl wieder aufnehmen, anstatt
es zurückzuführen. Drittens – das US Treasury Carry Trade
System: Die FED hat ein Geschäfts-Modell gefördert, bei dem Banken langfristige
Staatsanleihen kaufen und diese mit kurzfristigen Ausleihungen bei der FED
finanzieren. Sollte die FED diese Vorgehensweise aussetzen, dann würde den
Banken und Treasuries das gleiche Schicksal drohen,
wie den SIVs und RMBS (Residential
Mortgage Backed Securities) des Schattenbanken-Systems – die einen
wären Pleite und die Papiere würden nur mit großen Abschlägen gehandelt werden. Es gibt also gar keine Ausstiegs-Strategie der FED.
Das derzeitige System ist nur auf Zeitgewinn ausgelegt – nicht aber auf
Rettung. Wenn die FED aussteigen sollte, dann kommt der deflationäre Knall. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die Performance von Gold ist trotz der eher
deflationären Nachrichten-Lage hervorragend. Egal ob die Aktien steigen oder
wie heute fallen, das gelbe Metall hält an seinem Kurs fest: Aufwärts! Auch über die von vielen Analysten in der
Vergangenheit berichtete Kopplung des Goldpreises an Öl spricht heute keiner
mehr. Denn diese Korrelation existiert in Wirklichkeit auch gar nicht –
sie wurde nur in den Zeiten, wo das Gold Kartell noch über ausreichend
physisches Gold verfügte, um neben dem liquiditätsgetriebenen Ölpreis auch das
Gold herunterzuprügeln, angedichtet. Heute sehen wir, welche Asset-Klassen
wirklich liquiditätsgetrieben sind: Öl, die weißen Edelmetalle und die
Aktien-Märkte. Invers entwickeln sich die
Bond-Märkte. Gold ist dagegen in seiner Preis-Entwicklung schwer einzuschätzen,
da es im Wesentlichen mit Eigenkapital-Geld gekauft wird. Ein Abverkauf kann
dort durch liquiditätsabschöpfende Maßnahmen, das
heißt Verringerung von Kredit, nur indirekt herbeigeführt werden – wenn
die Gold-Halter ein Teil ihres Goldes verkaufen müssen, um nach unten
getriebene Portfolios in Aktien und Rohstoffen mit Geld aufzufüllen. Eigentlich ist es egal, welche Nachrichten zur
Rechtfertigung der Notenbank-Eingriffe herangezogen werden. Letztendlich
glauben die Investment-Affen alles, was ihnen Bloomberg vorsetzt: Claims for U.S. jobless benefits jumped to the highest
level since November and Philadelphia-area manufacturing shrank for the
first time in a year, indicating the economy may be
slowing faster than forecast. Price Action makes Market
Commentary! Gold entwickelte sich im heutigen Handel in Asien
entlang des gestrigen New Yorker Schlusskurses um die Marke von $1.230. Diese
Entwicklung setzte sich ungebremst fort im Londoner Vormittags-Handel. Der A.M.
Fix kam mit $1.228,00 (EUR 957,06) etwas unterhalb dieser Marke, aber fünf
Dollar höher als noch vor 24 Stunden zustande. Der frühe Nachmittags-Handel verlief ruhig, bis um
14:20 Uhr MEZ die COMEX öffnete. Gold stieg schnell in Richtung der Marke von
$1.235 – der P.M. Fix mit $1.233,50 (EUR 957,17) zeigte dies an –
ein Zuwachs um $16 im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix. Der physische Markt
treibt den Goldpreis. Im Anschluss stieg Gold dann über die Marke von
$1.235 und wurde erst bei $1.237 gebremst. Mehr als $15 lassen die
Trading-Systeme des Gold Kartells pro Tag derzeit nicht zu. Die deflationäre Nachrichten-Lage (in Wirklichkeit
die Eingriffe der Notenbanken) ließen dann Gold plötzlich um fünf Dollar
absacken und den US-Dollar steigen. Ein Großteil dieser Verluste konnte Gold
bis zum Ende des COMEX-Handels jedoch wieder
ausgleichen: Mit $1.233,00 verblieb so immerhin ein Tagesplus von drei Dollar.
Bei einem Dow Jones, der sich immer stärker der Marke von 10.000 Punkten
näherte, negativen Vorzeichen bei der Entwicklung der Weißen Edelmetalle und
einem um mehr als einen Dollar gefallenen Ölpreis eine gute Performance. Der US-Dollar legt heute eine kleine Berg- und
Talfahrt hin, wobei der Berg bei 82,6 beziehungsweise 82,5 lag und das Tal bei
82,1. Zum Schluss überwiegten die positiven Signale für den Dollar – oh
Wunder – und der USDX schloss mit einem Tagesplus von 0,3 Punkten. Die
Renditen der 10-jährigen Treasuries gaben weiter
nach, blieben aber wegen meiner Rundung auf eine Kommastelle bei 2,6 Prozent
rekordverdächtig niedrig. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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