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Bericht für den 26. August 2010 Gold & Gesellschaft: Der ewige USA-Glaube Die Vereinigten Staaten, der Motor der
Weltwirtschaft, der grenzenlose Konsument internationaler Waren, diejenige
Wirtschaft, die mit ihren Wachstumsraten wieder einmal die Welt retten wird. So
ähnlich klingen die Argumente, wenn man Volkswirten und Analysten Glauben
schenkt. In Wirklichkeit bewegen sich die Vereinigten
Staaten in Richtung einer Dritte Welt Nation: Eine Nation auf Essens-Marken,
ohne Dach über dem Kopf und auf der Flucht von einem Billigjob zum nächsten. Auch der Financial Times Deutschland gehen bei
soviel aneinandergereihten Lügen langsam alle Sicherungen durch: Schulden von 400 Prozent des Einkommens, Sparquote in den
Miesen, Nachfragelücke von rund zehn Prozent, deindustrialisiert.
Trotz dieser Kurzbeschreibung der USA erwarten die Volkswirte dort
Wachstumsraten von drei Prozent. Und wundern sich jetzt über niederschmetternde
Daten. Dabei versucht die FTD in ihrem Bericht auf Basis
offizieller Daten zu argumentieren. Dort seien die realen Stundenlöhne der
Verbraucher auf dem Niveau der 60er-Jahre. Dabei begann spätestens mit Beginn
der Clinton-Ära unter dem Finanzminister Robert Rubin eine bislang nicht
dagewesene Manipulation der veröffentlichen Inflationsraten und
Arbeitslosen-Zahlen. So zählt inzwischen jeder, der vielleicht nur wenige
Stunden in einem Aushilfsjob einer bezahlte Arbeit nachgeht, zur Masse der
arbeitenden Bevölkerung. Denn im Gegensatz zu Europa, wo oftmals üppig
ausgestattete Sozialsysteme das Arbeiten finanziell unattraktiv machen, droht
in den USA der fast ungebremste Absturz in die Armut. Und würde man dann noch mindestens 18 Jahre bewusst
durch Wahrheitsministerien gefälschte Statistikzahlen zur Inflation heranziehen,
dann sind die Realeinkommen nicht nur stagniert, sondern um 30 bis 40 Prozent
gefallen. Das gilt aber auf Basis der noch gut bezahlten Jobs in der Industrie,
die ja bekanntermaßen nach Fernost und anderen Staaten auswärts des
Territoriums der Vereinigten Staaten exportiert wurden. Für MacDo-Jobs
gibst es dann noch einmal weniger, so dass wir heute viele Familien in den USA
sehen, wo nicht nur Mann und Frau arbeiten müssen, sondern die zum Teil mehrere
Jobs gleichzeitig innehaben. Die FTD versteht auch nicht, wie das System trotzdem
rein rechnerisch überhaupt noch funktionieren kann: Die
privaten Verbraucher, die, soweit sie zum gemeinen Volk zählen, reale
Stundenlöhne wie Ende der 60er-Jahre erhalten, verprassen inzwischen 127 ihres
marktbasierten – Privatbeschäftigung, Selbstständigkeit, Mieten, Zinsen,
Dividenden – Einkommens vor Steuern. Das heißt auf gut deutsch: Der durchschnittliche
US-Verbraucher gibt für jede verdiente $100 ganze $127 für seinen Konsum aus.
Kein Wunder, dass die Schulden-Falle des Verbrauchers gnadenlos zuschnappt.
Eigentlich sind solche Schulden ja nur zeitlich vorgezogener Konsum. Das heißt
zu einem späteren Zeitpunkt muss dieser Verbraucher Konsumverzicht in gleicher
Größenordnung leisten. Hinzu kommen aber noch die Zinslasten, die weiteren
Konsumverzicht bedeuten. Ein solches Spiel der Aufschuldung, das heißt der
permanenten Ausweitung der Konsum-Schulden bedingt durch das private
Haushaltsdefizit von jährlich über 21 Prozent, kann vielleicht einige Jahre
lang gut gehen. Dann gibt es den finalen Knall. Und was ist aus den Versuchen geworden, die
US-Industrie wieder international konkurrenzfähig zu machen, um die massiven
Handelsbilanz-Defizite auszugleichen: Auch hier gibt es keinerlei Fortschritte.
Zum einen würde der immer noch viel zu starke US-Dollar die Konkurrenzfähigkeit
der US-Industrie an den internationalen Weltmärkten behindern. Auf der anderen
Seite entfallen lediglich 9 Prozent der Beschäftigung auf das verarbeitende
Gewerbe (Deutschland 18,4 Prozent). Ob das die kritische Masse ist, um eine
Export-Initiative zu beginnen, darf bezweifelt werden. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Man braucht derzeit gute Daten, um die
Aktien-Märkte weltweit aus ihrer Abwärtsspirale zu befreien. Gestern musste man
schon fast panikartig die Geldschleusen öffnen und von seiner Strategie Abstand
nehmen, den Ölpreis auf $70 drücken zu können. Das konnte die Märkte trotzdem
nicht überzeugen. Die Steuerungs-Knüppel der Notenbanken scheinen auch nicht
mehr das abbruchreife Weltfinanz-Flugzeug durch die verschiedenen Turbulenzen
lenken zu können. Deshalb wieder einmal Propaganda von Bloomberg: U.S. Jobless Claims Decline More Than
Forecast. Man braucht den Bericht gar
nicht weiter zu lesen, denn in der Überschrift steht alles, was der Markt zu
tun hat. Steigen soll er heute, denn die Zahlen geben ja Grund zum Optimismus.
US-Öl reagierte optimistisch und stieg um einen Dollar. Der US-Aktienmarkt war
da schon verhaltener: Um 20:20 Uhr MEZ stand der Dow Jones bereits mit 60
Punkten leicht unterhalb der hart verteidigten 10.000er-Linie – PPT hilf
!!! Gold legte heute eine Pause ein. Weniger, weil die
Nachrichtenlage für Gold negativ ist, sondern weil der Termin-Kalender dies
nahelegt. Denn Ben Bernanke wird zum ersten Mal seit
der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der FED öffentlich zu dem Zustand
der US-Ökonomie Stellung nehmen. Marktteilnehmer erhoffen sich eine
QE2-Entscheidung, das heißt das erneute massive Anwerfen der Gelddruckmaschine. Zum Vormittag tendierte Gold noch mit Kursen von
über $1.240 im grünen Bereich. Der A.M. Fix kam mit $1.240,25 (EUR 976,81)
leicht oberhalb dieser Marke zustande. Mit Beginn des Handels an der New Yorker
COMEX fiel das gelbe Metall dann unter die Marke von $1.240. Zum P.M. Fix war
Gold dann bereits auf $1.237,00 (EUR 969,59) gefallen – im Tagesvergleich
ist das allerdings ein praktisch zu vernachlässigender Verlust. Zum Ende des COMEX-Handels
wurde dann Gold erneut etwas gedrückt – aber auch hier hielt sich der
Effekt mit vier Dollar in engen Grenzen. Das Metall schloss mit $1.236. Die Weißen Edelmetalle setzten heute ihren
Aufwärtstrend fast ungehindert fort. Wobei insbesondere Silber und Palladium
einen Großteil ihrer Gewinne zum Abend wieder abgegeben haben. Lediglich Platin
hielt sich mit einem Tagesgewinn von $15. Der US-Dollarindex (USDX) gab heute um 0,3 Punkte
auf 82,9 nach. Ein Großteil der Gewinne ging in den Euro, bemerkenswert ist
jedoch die Entwicklung des im Index weit weniger stark gewichteten Schweizer
Frankens. Dieser ist nur noch 2,5 Rappen von der Parität zum US-Dollar
entfernt. Im Verhältnis zum Euro steuert der Franken auf die Marke von 1,30 zu –
so niedrig war der Euro selbst während der kritischen Phase vor einigen Monaten
noch nie. Umgerechnet in Deutsche Mark erhält man nur noch 65 Rappen für die
gute alte DM. Es ist jetzt 22:00 Uhr und das PPT hat nicht helfen
können. Der Dow Jones beendete mit 9.986 Punkten den heutigen Tag unterhalb der
heiligen Marke von 10.000 Punkten. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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