Bericht für den 24. Mai 2012

 

Man ist noch nicht fertig mit Gold

Nach dem gestrigen Euro-Rettungsgipfel steht die Gemeinschafts-Währung weiterhin unter Druck. Man hat die gegenseitigen Positionen für und gegen Euro-Bonds untereinander abgesteckt, und es sieht derzeit so aus, als wenn die deutsche Position noch von den Niederlanden und Finnland getragen wird.

Interessanterweise hat sich Österreich dem französischen und italienischen (= Goldman Sachs) Lager angeschlossen. Wenn man mit offenen Augen durch die Hauptstädte der ehemals prosperierenden Staaten des Ostblocks geht, dann wird man feststellen, dass in den Hochhäusern der Stadtzentren insbesondere österreichische Banken populär vertreten sind. In Warschau habe ich – allerdings weniger pompös – auch ein starkes Engagement der französischen Banken beobachten können.

Die Länder des Ostblocks haben bis auf wenige Ausnahmen wie die Tschechische Republik – wo es eine relativ starke industrielle Basis gibt, die auch für die Westmärkte produziert – auf Pump gelebt. Ihr Wohlstand beruht auf Immobilien-Blasen, Konsumenten-Krediten und kreditfinanzierten staatlichen Infrastruktur-Projekten. Kein Wunder, dass in dem österreichischen Bankensystem eine gewaltige Ostblock-Bombe tickt. Die bislang gelaufenen Rettungs-Maßnahmen für Österreich sind bloß nicht so publik geworden wie die für die anderen Länder. Hinzu kommt, dass mit der Bank Austria (ehemalige Creditanstalt) einer der größten Banken des Landes mit der italienischen UniCredit verbunden ist – besser gesagt, die UniCredit hält den Löwenanteil an der Bank Austria.

Die Creditanstalt ist im Mai 1931 schon einmal negativ aufgefallen, als sie im Rahmen der Weltwirtschafts-Krise als erste untergegangen ist und so einen Domino-Effekt im europäischen Bankensystem verursacht hat.

Gold konnte gestern Abend im New Yorker Access Handel seine Verluste von bis zu $35 im COMEX-Handel kompensieren. Auf dem Stand von $1.560 startete heute früh auch der asiatische Handel.

Im Londoner Vormittags-Handel kam es dann zu einer weiteren Erholung, die Gold auf bis zu $1.558,50 (EUR 1.239,27) zum A.M. Fix hub – ein Dollar-Plus von vier und ein Euro-Plus von zehn.

Zum frühen Nachmittag stieg Gold dann weiter an und ging in den New Yorker COMEX-Handel mit einem Kurs von knapp unterhalb der Marke $1.570. Nachdem die COMEX geöffnet hatte, stieg das gelbe Metall in Richtung der Marke von $1.580 an. Hier war jedoch bei $1.577 Schluss. Bereits zum P.M. Fix stand Gold dann wieder bei $1.568,50 (EUR 1.248,01) – allerdings ein Tagesplus von zwanzig Dollar oder EUR 22.

Im Anschluss wurde erneut versucht, den Preis in Richtung der Marke von $1.580 zu heben. Der schwächere Euro sorgte dann jedoch für einen Preisverfall des gelben Metalls bis zum Ende des COMEX-Handels auf $1.560 – der 24-Stunden Preisanstieg ist nun auf zehn Dollar geschrumpft.

Im Access Handel wurde dann weiter gedrückt. Aber gegen 22:00 Uhr hat sich der Kurs wieder in Richtung der COMEX-Schlussmarke bewegt.

Man ist noch nicht fertig mit dem Gold – so muss man das heutige Marktgeschehen bewerten.

Schauen wir einmal kurz auf den Kalender für Marktdaten am Freitag: Bis auf eine Rede des Präsidenten der FED von Philadelphia in Eltville (Rheingau) steht morgen eigentlich nicht wesentliches an.

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.558,50

(€1.239,27)

$1.555,00

(€1.229,44)

+ $3,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.568,50

(€1.248,01)

$1.549,00

(€1.225,77)

+ $19,50

COMEX Schlusskurs

$1.560,00

NA

$1.550,00

NA

+ $10,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,08

(€22,33)

$27,76

(€21,93)

+ $0,32

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.431,00

(€1.135,70)

$1.430,00

(€1.127,30)

+ $1,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$600,00

(€476,20)

$607,00

(€478,50)

- $7,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

82,2

82,2

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

1,8 %

1,7 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

45,7

48,4

- 2,7


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